Was ist Terminologie und wofür braucht man das?

Habt ihr euch auch schon mal gefragt, ob Steueridentifikationsnummer und Steuernummer wirklich das gleiche ist? Oder habt ihr schon mal in einer Anwendung vergeblich die Einstellungen gesucht, um dann festzustellen, dass sie seit dem Release-Wechsel plötzlich Optionen heißen?

Um solche Probleme zu vermeiden, braucht man eine einheitliche Terminologie, denn durch die eindeutige Festlegung von Benennungen kann die Kommunikation erleichtert und Missverständnissen vorgebeugt werden.

In vielen Firmen gibt es aus diesem Grund eine sogenannte Unternehmensterminologie. Das bedeutet, bestimmte Benennungen und Schreibweisen werden unternehmensweit festgelegt und einheitlich verwendet. Das gilt für alle Abteilungen: Ob in dem Produkt selbst, in den Produktbeschreibungen oder in den Kundenverträgen – wenn von einer konkreten Funktion die Rede ist, sollte diese idealerweise in allen drei Fällen gleich heißen, damit Verwechslungen vermieden werden können. Außerdem kann so nach außen hin ein einheitliches Bild (Stichwort: Corporate Identity) entstehen.

Kunden lieben Konsistenz

Konsistenz ist nicht nur vorteilhaft für die Markenwahrnehmung von außen, sondern qualitativ hochwertige Inhalte, die den Bedürfnissen und Wünschen der Kunden entsprechen, schaffen auch Glaubwürdigkeit.

Konsistenz in deutschen Texten ist auch ein immenser Vorteil bei meiner Arbeit als Übersetzerin. Wir übersetzen mit Hilfe eines sogenannten Translation-Memory-Systems. Das ist ein Übersetzungsspeicher, der wiederkehrende Textinhalte erkennt und entsprechend Vorschläge für die Übersetzung anbietet. Dabei wird für festgelegte Benennungen immer die gleiche englische Übersetzung vorgeschlagen. Vor allem wenn wir mit mehreren Übersetzern an einem Text arbeiten, kann so gewährleistet werden, dass wir für ein und dieselbe Funktion alle den gleichen Namen benutzen.

Die Terminologielehre ist eine eigene Wissenschaft. Terminologen beschäftigen sich unter anderem mit der Erarbeitung, Bearbeitung und Verbreitung von Terminologie. In einer gut gepflegten Terminologiedatenbank sind neben den festgelegten Benennungen und dazugehörigen fremdsprachlichen Äquivalenten auch Definitionen, Bilder oder weitere Zusatzinformationen enthalten. Dadurch können sich beispielsweise neue Mitarbeiter oder auch Fachfremde leichter in das neue Fachgebiet einarbeiten und die Datenbank als eine Art Nachschlagewerk nutzen.

Beispiel:

Kurz nochmal zusammengefasst: Welche Vorteile hat Terminologie?

  • Standardisierung einer unternehmensspezifischen Sprache
  • Konformität von Produkten und Leistungen
  • Eindeutige Kommunikation und weniger Missverständnisse
  • Grundlage für Wissenstransfer und Sprachmittlung (z. B. Übersetzung)
  • Verbesserte Qualität, Genauigkeit und Konsistenz in Übersetzungen
  • Bereitstellung von Wissen zur schnelleren Einarbeitung in das Fachgebiet

Schreib als Erster einen Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.