Technische Kommunikation: Neue Herausforderungen

In der vergangenen Woche fand in Stuttgart die tekom Jahrestagung 2019 statt – auch wir Technischen Redakteure von valantic waren dabei. Die tekom (Gesellschaft für Technische Kommunikation e.V.) ist der weltweit größte Fach- und Berufsverband für Technische Kommunikation.

Jedes Jahr findet die Jahrestagung als internationaler Branchentreffpunkt statt; parallel gibt es eine Messe mit zahlreichen Ausstellern aus dem In- und Ausland, die ihre Lösungen und Dienstleistungen vorstellen. Neben zahlreichen Key Notes und Workshops in Bereichen wie Intelligente Bereitstellung von Nutzerinformationen, Rechtliche Anforderungen und Normen, Terminologie, und KI in der Technischen Kommunikation, gab es bei der jährlichen Tagung diverse Möglichkeiten zum persönlichen Wissens- und Erfahrungsaustausch.

Ein kleiner Überblick über die Tagung:

In der VIP-Lounge wurden zu vorher festgelegten Uhrzeiten Meetups zu verschiedenen Themenbereichen angeboten und von einem Gastgeber moderiert. Auch an den über 140 Messeständen sowie beim gemeinsamen (übrigens wirklich leckeren) Mittagessen wurde über interessante Themen diskutiert und gemeinsam über gegenwärtige Herausforderungen in der Übersetzerbranche philosophiert.

Topthemen waren für mich dieses Jahr:

  • Technische Dokumentation bei der agilen Softwareentwicklung
  • Wandel des Übersetzerberufs in Zeiten von KI und maschineller Übersetzung – Stichwort Augmented Translation
  • Intelligente Terminologie

Durch Metadaten, die mit bestimmten Benennungen verknüpft sind und entsprechende Relationen zwischen Begriffen, die beispielsweise über Ontologien abgebildet werden können, entsteht eine Wissensdatenbank, die u. a. maßgeblich bei der Erstellung von Dokumentation unterstützen kann. Auch die Fachvorträge über iiRDS (intelligent information Request and Delivery Standard), die Psychologie der User Experience oder das Post-Editing sowie die praxisbezogenen Workshops haben mich sehr begeistert.

Meine Highlights:

Besonders beeindruckt hat mich ein Strategieworkshop zur Reflexion der eigenen internen Übersetzungsprozesse und Methoden. Auch hier stand der Austausch mit Kolleginnen und Kollegen der Branche im Vordergrund. „Es ist echt witzig, dass alle ähnliche Schwierigkeiten, Befürchtungen und Wünsche haben“, stimmte mir auch meine Kollegin Verena zu. „Die Vortragenden haben mir tatsächlich oft aus der Seele gesprochen.“

Eins der Highlights für mich persönlich war auf jeden Fall auch das Visual Recording einiger Vorträge: Während eines Vortrags wurde das Gesagte grafisch aufgezeichnet. Einfach super, oder?

Insgesamt wurden über 240 Fachvorträge gehalten sowie Workshops und Meetups angeboten. Ergänzend gab es an allen drei Tagen eine Vielzahl an Toolpräsentationen von Herstellern wie beispielsweise Adobe oder SDL. Das war für uns besonders praktisch, da wir bei valantic in der Technischen Doku das Tool Adobe RoboHelp für die Handbucherstellung nutzen und SDL Trados Studio als Übersetzungsmanagementsystem.

Ein umfassendes Rahmenprogramm rundete das Programm ab: so konnten Tagungsteilnehmer Yoga machen, an der Stadtführung Tübingen teilnehmen oder die Ausstellung Kunst im öffentlichen Raum bewundern.

Mein Fazit:

Das letzte Mal war ich im Rahmen meines Studiums auf der tekom Jahrestagung und hatte noch ganz andere Themenschwerpunkte und Fragen. Für mich persönlich war es sehr spannend, das ganze Geschehen nun aus einem anderen Blickwinkel zu sehen. Außerdem fand ich es schön, an den Hochschulständen meine ehemaligen Professoren der Hochschule Magdeburg-Stendal und Hochschule Anhalt sowie ehemalige Kommilitonen wiederzutreffen und einige interessante Gespräche mit Studierenden zu führen.

Kurz gesagt: Die drei Tage in Stuttgart vergingen wie im Flug und mein Kopf ist jetzt voller neuer Eindrücke, Inspiration und Ideen.

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