#WirVsVirus Hackathon

Steven
Das ist Steven. Er hat Am #WirvsVirus-Hackathon der Bundesregierung teilgenommen und berichtet nun von seinem Projekt.

Es ist Freitag. Endlich! Ein kurzer Blick durch die Tristesse meiner eigenen vier Wände genügt und schon ist der Hauch von Wochenendeuphorie wieder verflogen. Die Nachrichten tun ihr übriges. Täglich gibt es mehr Infizierte, mehr Tote. In Italien transportieren Militärfahrzeuge alleine an diesem Tag 600 Leichen zu völlig überfüllten Friedhöfen. Ich denke an meine Familie. Oma hat grad erst den Krebs besiegt. Vater ist transplantiert. Wer hat dieser Tage keinen Angehörigen in der Risikogruppe? Und kann man nichts weiter tun, als hilflos zuzusehen?
Als könnte der Browser meine Gedanken lesen, erblicke ich den Schriftzug „Wir vs Corona“. Was jugendlichen Krawall vermuten lässt, ist in Wahrheit ein Aufruf der Bundesregierung zum größten Hackathon aller Zeiten.

Ich bin dabei!

Mit nur 3 Stunden Verspätung geht es am Abend endlich los. 45.000 Teilnehmer versuchen verzweifelt unter 820 Projekten das Passende zu finden. Auch ich benötige mehrere Anläufe, doch nach einem frustrierenden Abend habe ich am Samstagmorgen endlich mein Team gefunden. Mit einem bunten Mix aus UX Designerinnen, Psychologen und Softwareentwicklern hangeln wir uns von Call zu Call. Mal mit allen, mal in kleinen Expertenteams. Das Zauberwort heißt agil und verlangt von jedem ständige Präsenz. In unserem interdisziplinären Team hat jeder seine ganz eigene Herangehensweise und so wird jedes kleine Detail im Plenum heiß diskutiert. Ich merke, wie wichtig neben dem richtigen Ton auch Kompromissbereitschaft ist. Manchmal muss man sich selbst etwas zurücknehmen, um etwas Gemeinsames zu schaffen. Und doch bleibt für jeden genug Raum, um sich frei zu entfalten. Besonders beeindrucken mich die Grafiken der Designer, die unsere skizzenhaften Ideen in lebendige Bilder verwandeln. Und die junge Projektmanagerin, die wie keine Zweite aus den vielen Einzelkämpfern ein zielstrebiges Team formt. 

Dass wir uns alle gar nicht kennen, ist da schnell vergessen. Es fällt uns erst wieder ein, als wir am späten Sonntagabend – nach zwei Tagen unermüdlicher Arbeit – unser Projekt „Coco – Mental Health Moonshot“ einreichen. Erleichterung, Euphorie und ein klein wenig Melancholie machen sich breit, als sich jeder mit einem kleinen Abschlussplädoyer von den Anderen verabschiedet.

Es ist vorbei. Vorerst. Und egal, wie es weitergeht, ich bin dankbar für diese riesige Erfahrung. Vielleicht haben wir das Virus nicht besiegt. Aber das Gefühl der Ohnmacht ist vorerst verschwunden.  

Bildquelle: https://devpost.com/software/18_mental-health_moonshot-epliu0

 

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